Fest in Menzel schließt Grenze gen Anröchte

Viele Menschen, viele Meinungen. Manchmal, da sind Absprachen in einem Pastoralen Raum gar nicht so einfach. Davon können die Pastoralverbundsräte ein Liedchen singen. Am Ende ist es aber geschafft: Ein Termin für ein Errichtungsfest des Pastoralen Raumes Anröchte-Rüthen ist gefunden. Stattfinden soll es in seiner Mitte – zum Beispiel in Menzel.Die Pastoralverbundsräte aus Rüthen und Anröchte haben sich jetzt nämlich zum ersten Mal gemeinsam getroffen – und hatten gleich jede Menge Themen auf der Agenda. „Um halb zehn müssten wir fertig sein“, schätzte Pfarrer Waldemar Kolotzek, als er pünktlich um 20 Uhr die Versammlung eröffnete.

Aber weit gefehlt: Die Suche nach einem Termin fürs Errichtungsfest des Pastoralen Raumes war so schwierig, da waren es nicht zwei, sondern drei Schulstunden, die die Damen und Herren diskutieren mussten – und am Ende haben sie doch nicht alles geschafft, was sie sich vorgenommen hatten. Wir waren dabei und fassen das Wichtigste zusammen.Am 1. Juni ist es soweit: Der Pastorale Raum Pastoralverbund Anröchte-Rüthen wird eingerichtet. Klingt doppelt gemoppelt? Muss aber so sein, erklärt Kolotzek: Ein Pastoraler Raum kann keine juristische Person sein, deshalb muss das Wörtchen Pastoralverbund weiterhin zum Namen dazu gehören. Auf Briefköpfen und Co. wird aber nur von „Pastoralverbund Anröchte-Rüthen“ die Rede sein. Eigentlich sind die Folgen für die Gremien und Gemeindemitglieder nicht so bedeutend – Priester aus Rüthen dürfen jetzt auch Trauungen in Anröchte durchführen und die Gemeindereferentinnen sind jetzt auch fürs Ganze zuständig – aber bis zu den Sommerferien soll sich eine Steuerungsgruppe für den Prozess bilden, der dem Pastoralen Raum bevorsteht. Dabei gucken Vertreter aus den Gemeinden mit Pfarrer Kolotzek und Vikar Johannes Sanders, was den Gemeinden wichtig ist, was sie behalten wollen und welche Ziele sie haben, befragen Schule, Kindergärten und Co. und erstellen ein Konzept für die Zukunft des Pastoralen Raumes, das anschließend von den Gremien genehmigt werden muss. Es sollten Menschen sein, die gut formulieren können, die auf andere zugehen können und denen die Zukunft der Kirchengemeinde wichtig ist, so Kolotzek. Und die drei Jahre Zeit investieren wollen.Damit die Gemeindemitglieder aber nicht nur auf Briefkopf und Stempel zusammenrücken, sieht das Bistum vor, nach der offiziellen Gründung schon ein Fest zu feiern: das Errichtungsfest des Pastoralen Raumes. Und da war’s wie verhext: Urlaub, Pfarrfest, Wallfahrt, Kirmes, Prozessionen, Kinderbibeltag, Erntedank – die Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien ist schon ganz schön verplant in den 25 Gemeinden. Der 3. Oktober schien perfekt – schließlich ist der „Tag der Deutschen Einheit“ auch symbolisch super – wenn da nicht die Gemeindereferentin auf Familientrip wäre. Das erste Wochenende nach den Ferien, am 31. August? Da ist Messdienertag. Na, egal. Wenn Kinderbelustigung sowieso schon steht, baut man den Rest – nach langem Hin und Her – eben drumrum. In der Mitte des Pastoralen Raumes soll’s liegen. In Menzel zum Beispiel, da war schließlich auch der Messdienertag geplant. In den Orten geht’s schon samstagsmorgens los mit einer Sternprozession zum Ort des Geschehens. Da angekommen, gibt’s einen Gottesdienst – nicht zu lang, dafür familienfreundlich – und anschließend jede Menge Platz für Begegnungen. Eine Karte wäre auch nett, so ein Vorschlag, auf der die Kapellengemeinden einsortiert werden müssten. Das wollen die Pastoralverbundsräte beim nächsten Treffen konkretisieren.Die Rüthener haben ihre Pastoral Aktuell, die Anröchter den Zeitblick: Schon alleine vom äußeren Erscheinungsbild sind die Pfarrbriefe der beiden Pastoralverbunde ganz unterschiedlich. Und auch vom Inhalt: Während es bei den Rüthenern nur ums kirchliche Geschehen der Katholiken geht, finden sich bei den Nachbarn auch politische und evangelische Nachrichten. Kolotzek findet aber auch, dass die Rüthener nicht alles aus jedem noch so kleinen Anröchter Ortsteil wissen müssen, schließlich stehen die Messen schon jetzt auch in der Pastoral Aktuell. So soll’s auch bleiben: Die ersten und letzten beiden Seiten sollen demnächst gleich aussehen, der Rest bleibt wie gehabt. Ab 2020 sollen beide Pfarrbriefe aber im Zwei-Wochen-Rhythmus erscheinen, der Zeitblick wird jetzt nämlich jede Woche verteilt. Auch bei der Wallfahrt nach Werl möchte Kolotzek vereinheitlichen: Anröchte fährt am ersten Samstag im Juni, Rüthen im September zum Michaelis-Wochenende. „Die sind beide gut besucht“, weiß Gemeindereferentin Hildegard Langer. Außerdem ändert sich in Werl noch einiges. Deshalb soll in ein, zwei Jahren geguckt werden, welcher Termin sich anbietet. Alle sechs bis acht Jahre kommt ein Bischof zur Visitation in einen Pastoralverbund, weiß Pfarrer Kolotzek. Am 7. und 8. Januar 2020 ist es in Anröchte und Rüthen wieder soweit: Weihbischof Prof. Dr. Dominicus Meier, Benediktinermönch und Offizial des Erzbistums, kommt, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei visitiert er nicht in jeder Kapellengemeinde, so wie’s früher war, und trifft auch nicht mehr alle Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände, sondern nur noch die Pastoralverbundsräte und den Finanzausschuss, der sich aus Kirchenvorstandsmitgliedern bildet. Eine Werktagsmesse sieht er sich an (das soll die Kirchengemeinde aber vorher nicht wissen), dann stehen etwa Gespräche mit dem Pastoralen Team, mit den Leiterinnen der katholischen Kindergärten, den Büchereien, hauptamtlichen Mitarbeitern und den Bürgermeistern auf dem Programm. Da gab’s ganz schön Kritik: Warum sich Weihbischof Dominicus nicht mit sämtlichen Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen träfe, monierte etwa Martin Krüper: „Ich find’s schade, dass sich der Bischof nicht an der Basis sehen lässt.“ Aus Zeitgründen, erklärte Kolotzek, versprach aber, das im Dekanat nochmal anzusprechen.

aus DERPATRIOT v. Hannah Löseke

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